Warum Frauen auf die Shortlist der Headhunter gehören!

Aktuell wenden sich immer öfter Mandanten an mich als Headhunterin mit dem dringenden Wunsch, dass sie die freie Position mit einer weiblichen Kandidatin besetzen möchten:
„Wir brauchen eine Frau in der Geschäftsleitung!“ Ist es die Erkenntnis des Topmanagements, dass Frauen ganz andere Perspektiven in die Unternehmensentwicklung im Allgemeinen und in die Management-Teams im Speziellen einbringen? Ist es der Druck der Öffentlichkeit nach mehr Geschlechterdiversität? Oder ist es ganz einfach nur der Anspruch, dass ein weiblicher Executive Search Consultant den Ehrgeiz und die Beharrlichkeit mitbringt, auch Frauen auf die Shortlist zu setzen?

Tatsache ist, dass auf den Shortlists der Headhunter für spannende Führungspositionen Frauen vor allem durch Abwesenheit glänzen. Es ist unbestritten, dass fast in allen Branchen ab einer gewissen Hierarchiestufe Frauen einfach kaum mehr zu finden sind. Es ist aber ebenso eine Tatsache, dass es sie gibt. Frauen sind für einen Headhunter (und leider auch für Headhunterinnen) viel schwieriger zu „bejagen“. Sie zeichnen sich generell durch eine höhere Arbeitgeberloyalität aus, will heissen, sie sind viel, viel schwieriger zu motivieren, eine potenzielle neue Herausforderung einmal unverbindlich zu prüfen.

Wenn etwa ihr aktueller Arbeitgeber in ihre Weiterbildung investiert – ihnen z.B. zeitlich und finanziell einen MBA ermöglicht – dann fühlen sie sich regelmässig in der Pflicht, „ihrem Arbeitgeber in den nächsten Jahren davon etwas zurückzugeben“. Männer dagegen erwarten nach erfolgreichem Abschluss von ihrem Arbeitgeber sehr zeitnah einen nächsten Entwicklungsschritt – oder streben diesen dann eben extern an. Frauen sind nicht selten wenig mobil. Da ist ein Lebensgefährte mit seiner Karriere in der Stadt A oder ein Betreuungsnetzwerk für die Kinder, das frau nicht einfach so aufgeben kann, um in der Stadt B den nächsten Entwicklungsschritt zu tun.

Frauen wollen aber auch sehr diskret und überaus sorgfältig angegangen werden. Allein schon der Anruf eines Headhunters lässt sie nicht selten aufschrecken: „Können Sie mir bitte nicht zunächst einmal eine Email zukommen lassen, damit ich überhaupt weiss, mit wem ich es zu tun habe?“. Nicht wenigen Frauen fehlt es am notwendigen Selbstbewusstsein: „Eine Wahnsinnsherausforderung, die mich reizen könnte, aber ist das nicht eine Schuhnummer zu gross für mich?“ Männliche Kandidaten äussern dagegen kaum Selbstzweifel und vertrauen darauf, dass der Headhunter seine Hausaufgaben gemacht hat und sie auf diese Position anspricht, weil sie das Suchprofil erfüllen.

Auf den Shortlists von Profiling Partners – the executive search advisors who really care – stehen immer auch Frauen, nicht nur dann, wenn der Auftraggeber dies explizit verlangt hat. Über eine Frauenquote lässt es sich diskutieren, aber auf die Shortlist eines Headhunters gehören auch Frauen! Ein guter Executive Search Consultant kann nur so garantieren, dass die Position tatsächlich mit dem geeignetsten Kandidaten, bzw. der geeignetsten Kandidatin besetzt wird.