Was Headhunter und Wirtschaftskapitäne von Fussballtrainern lernen können.

Der bekannte Fussballtrainer Othmar Hitzfeld hält an der 66. Internationalen GDI-Handelstagung in Rüschlikon fest: „Wenn es menschlich nicht passt, dann ist ein Spieler ein Fehleinkauf!“  Ein Raunen geht durch das Publikum. Ui, klingt wie Sklavenhandel – denkt sich auch die Headhunterin. Und nein, das ist keine Parallele zum Executive Search. Meine Kandidaten sind umworbene Toptalente und entscheiden selbständig, welche externen Herausforderungen sie prüfen oder annehmen wollen. Nichtsdestotrotz gilt auch im Executive Search: Nicht die reine Fachkompetenz zählt, sondern in erster Linie der Mensch. Der fachlich kompetenteste Kandidat kann sein Potenzial in einem Unternehmen, dessen Werte er nicht teilt, in dessen Kultur er nicht passt, nicht entfalten. Führungskräfte funktionieren im Team – genau wie eine Fussballmannschaft. Wenn es menschlich nicht passt, dann ist ein Kandidat ein Fehlentscheid!  Wie oft sagt der Bauch des Verwaltungsrats oder des CEO ja – aber der CV oder das (online) Assessment nein? Warum vertrauen wir Algorithmen und Maschinen und nicht unserer Intuition? Wenn ein externes Talent neu in einem Unternehmen mitwirken soll, dann ist das wie eine Organtransplantation. Ist der CV, die Fachkompetenz, das (online-)Assessment, das „on-demand Videostreaming“ auch noch so passend, wenn die Werte, die Unternehmenskultur, nicht stimmen, dann wird der Kandidat vom Unternehmen „abgestossen“ wie ein Organ und kann sein hohes fachliches Potenzial nicht entfalten.

Fussballtrainer benötigen eine grosse didaktische und psychologische Kompetenz.
„Die Spieler sind heute kritischer und wollen interaktiv geführt werden“ – ein weiteres spannendes Zitat von Hitzfeld. Ein erfolgreicher Coach beschäftigt sich intensiv mit seinen Spielern und kennt ihre Motivation, ihr familiäres Umfeld und ihren kulturellen Hintergrund bis ins kleinste Detail.  Auch die erfolgreiche Führungskraft und der erfolgreiche Executive Searcher befassen sich sehr genau mit dem Menschen. Was sind die Beweggründe, die Motivation des Kandidaten? Funktioniert er in diesem Umfeld, in diesem Team? Als Headhunterin frage ich meine Kandidatinnen immer wieder,  welche nächsten Schritte sie reizen könnten, was sie motiviert und welches Umfeld sie beflügelt. Weitere erfolgskritische Fragen sind für mich als Dirketsucherin: Wie tickt die Kandidatin als Mensch? Passt sie zur Verwaltungsratspräsidentin oder zum CEO? Teilt der Kandidat die Werte meines Mandanten?

Eine letzte spannende Parallele zwischen Fussball und Executive Search ist die interne Talententwicklung, die Fähigkeit eines Unternehmens, Funktionen auch intern zu besetzen. Als Headhunterin schaue ich mir sehr genau an, was mein Mandant im Bereich Personalentwicklung zu bieten hat. Fussball versus Executive Search – Hitzfeld bringt es auf den Punkt: „Die Juniorenförderung ist wichtig für die Identifikation der Spieler mit dem Club. Man kann aber auch Talente einkaufen.“  Profiling Partners sucht nur für Arbeitgeber, die persönlich überzeugen, und das sind Mandanten, die ihre Mitarbeiter langfristig entwickeln, dadurch ihre Unternehmensidentität pflegen  und so unserem Kandidaten eine Spitzenmannschaft bieten, die Tore schiesst!